Der Black History Month: Februar

 

Seit wann gibt es den Black History Month?

Die Ernennung des Februars als Black History Month geht auf eine Initiative des US-amerikanischen Historikers Carter G. Woodson aus dem Jahr 1926 zurück. Seit seiner offiziellen Anerkennung durch den US-amerikanischen Präsidenten Gerald Ford im Jahr 1976 ist der Februar als Black History Month vollends flächendeckend und institutionell etabliert. In Deutschland wurde der Black History Month in den 1990er Jahren von der Initiative Schwarze Menschen in Deutschland (ISD) eingeführt.

 

Was ist der Black History Month?

Das Anliegen besteht darin, sich einen ganzen Monat lang explizit der Geschichte Schwarzer [1] Menschen zu widmen. Das heißt aber umgekehrt nicht, dass sie im Rest des Jahres nur nebensächlich behandelt werden soll. Noch immer wird diese Geschichte zu wenig berücksichtigt. Dies korrespondiert mit einer unzureichenden Repräsentation Schwarzer Menschen in der medialen Öffentlichkeit, wie auch mit Einseitigkeiten in der Darstellungsweise. Der oscargekrönte Film „Greenbook“ ist hierfür ein gutes Beispiel. Er tritt zwar rassismuskritisch auf, reproduziert aber Stereotype: So steht im Mittelpunkt der Handlung der weiße Bodyguard Tony Lip, der den Schwarzen Klavierspieler Dr. Don Shirley beschützt und „rettet“.

 

Black History Month in Deutschland?

Auch in Deutschland grassieren noch Alltagsrassismen. Beispielsweise konfrontiert die Frage „Wo kommst du her?“ Schwarze Menschen immer wieder damit, dass Schwarz-Sein und Deutsch-Sein nicht als selbstverständlich gewertet wird. Dabei reicht Schwarze deutsche Geschichte bis mindestens ins 18. Jahrhundert zurück, wovon beispielsweise der Schwarze Philosoph Anton Wilhelm Amo (1703-1784) zeugt. Die immer noch recht unbekannte Dichterin May Ayim (1960-1996), die sich als Autorin und Aktivistin für afrodeutsche Geschichte und Identität einsetzte, ist ein weiteres Beispiel für die mangelnde Repräsentation afrodeutscher Menschen. Auch die fehlende Auseinandersetzung mit der deutschen Kolonialvergangenheit legt offen, inwieweit hier großer Nachholbedarf herrscht.

 

Der Black History Month könnte deshalb als guter Ausgangspunkt für eine flächendeckende Aufarbeitung dienen, die sich im besten Fall über das ganze Jahr erstreckt und einen festen Platz in der Geschichtsschreibung einnimmt.

 

 

Weiterführende Artikel zum Black History Month und zur deutschen Kolonialgeschichte:

 

[1] Da es sich bei dem Begriff „Schwarz“ um eine Selbstbezeichnung handelt, wird dieser groß geschrieben. (Mehr Infos dazu bei: Alice Hasters: Was weiße Menschen nicht über Rassismus hören wollen, aber wissen sollten. München 2019)

 

 

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Der Black History Month: Februar

Schon mal etwas vom Black History Month gehört?

Hoffentlich ja, aber wenn nicht stellt sich die Frage: Warum eigentlich nicht? Eine kleine Umfrage in den Suchmaschinen ergibt, dass die Berichterstattung über den Black History Month 2021 in Deutschland dünn ausfällt. Auch Deutschlandfunk Kultur stellt fest: „Seit Anfang der 90er-Jahre wird der Black History Month auch in Deutschland begangen – doch nach wie vor ist er medial unterrepräsentiert.“

Lesen Sie weiter zu den Fragen, was der Black History Month ist und warum er auch in Deutschland wichtig ist.

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Nothilfe für Frauen und Kinder auf Lesbos

Seit dem Brand im Lager Moria im September 2020 leben Tausende von Geflüchteten auf Lesbos im provisorisch errichteten Zeltlager KaraTepe direkt am Meer. Die dünnen Wände halten die Kälte kaum ab, Stürme zerren an den Planen, regelmäßig werden Wege und Zelte bei Regengüssen überschwemmt. Unser Mitgliedsverein just human e.V. ermöglicht insbesondere Frauen und Kindern durch Nothilfe den Kauf von warmer und wetterfester Kleidung, Decken, Lebensmitteln. Helfen auch Sie mit, dass der Winter für die Menschen im Zeltlager KaraTepe erträglicher wird, indem Sie durch Ihre Spende die Arbeit von just human unterstützen.

Hier geht es zum Spendenformular: https://www.just-human.de/spenden/

Weitere Informationen finden Sie hier: https://www.just-human.de/nothilfe-auf-lesbos/

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All together! Now! Multischulung-Klimagerechtigkeit

Der Jugend-Landesverband unseres Mitglieds BUND Kreisverband Stuttgart bietet eine Schulung an: Bei dem Projekt “All together! Now!” Multischulung Klimagerechtigkeit der BUNDjugend Baden-Württemberg können sich junge Menschen zur Multiplikator*in zum Thema Klimagerechtigkeit ausbilden lassen. In den Seminaren wird die antidiskriminierende Dimension der Klimagerechtigkeitsdebatte mit der Reflexion von Diskriminierungserfahrungen verbunden. Nach einer Teilnahme können eigenständig Workshops, Vorträge und Seminare zum Thema Klimagerechtigkeit durchgeführt werden. Weitere Informationen und Anmeldung hier.

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Für interessierte Jugendliche: "BeFAIR"

Du hast keine Lust mehr darauf, dir die immer größer werdende Klimakrise nur von Außen anzuschauen? Dir ist bewusst, dass ein Preis von 10 Euro für eine neue Jeans eigentlich viel zu günstig ist? Dir geht die ständige Lebensmittelverschwendung gegen den Strich und du willst etwas dagegen tun? Du bist zwischen 13 und 16 Jahren alt und fühlst dich bereit selbst aktiv zu werden?

Dann könnte das Projekt "BeFAIR" interessant für dich sein! Mehr Infos im Flyer.

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