Good Night Stories For Rebel Girls

von Elena Favilli und Francesca Cavallo

Good Night Stories For Rebel Girls vermittelt den Leserinnen eine klare Aussage: „Träumt größer, zielt höher, kämpft entschlossener“ und lasst euch nicht beirren!

In Form von kurzen Geschichten präsentieren die beiden Autorinnen Elena Favilli und Francesca Cavallo 100 Frauen, die sich mit außergewöhnlicher Stärke, viel Kraft und Mut den Hindernissen ihres Lebens stellen und durch ihre Leidenschaft und Neugier die Welt verändern.

Dabei geht es um die unterschiedlichsten Frauen: Von Wissenschaftlerinnen, die fasziniert von der Welt, die sie umgibt, neue Entdeckungen machen und Zusammenhänge herausfinden, über Herrscherinnen, die sich schon vor vielen, vielen Jahren gegen ihre männlichen Konkurrenten durchsetzen und mehr Rechte für ihr Volk erlangen konnten, bis hin zu Sportlerinnen die sich trotz Skepsis der Gesellschaft zur Weltmeisterin hinaufkämpfen, ist alles dabei. Auch Alter, ethnische Herkunft und Lebensumstände der Protagonistinnen variieren von Geschichte zu Geschichte.

Nicht alle Frauen sind weltweit bekannt, manche sogar verkannt und verdienen größere Aufmerksamkeit: Neben Berühmtheiten wie Coco Chanel und Michelle Obama liest man auch von Amna Al Haddad und Mary Anning, deren Geschichten nicht minder spannend und inspirierend sind.

Jeder „Rebellin“ ist eine Doppelseite gewidmet, auf der nicht nur über den Lebensweg und die Erfolge erzählt wird, sondern auch eine Illustration beigefügt ist. Diese sind von über 60 verschiedenen Künstlerinnen aus aller Welt gestaltet und sehr vielfältig und abwechslungsreich. Das Buch ist in allgemein verständlicher Sprache verfasst, und es wird auf Fachbegriffe verzichtet, sodass auch junge Leser*innen Freude am Lesen haben und es – wie der Titel bereits verspricht – die perfekte „Gute-Nacht“-Lektüre ist.

„Good Night Stories For Rebel Girls“ war nur ein Anfang der „Rebel Girls“, einer Organisation, die sich für die Rechte von Frauen weltweit einsetzt. Im Laufe der letzten Jahre sind viele weitere Bücher, gefüllt mit spannenden Geschichten aus dem „Rebel Girls“-Universum entstanden.

Zusammen mit der wachsenden Kampagne werden immer mehr Frauen und Mädchen ermutigt, für ihre Rechte einzustehen und ihr Selbstbewusstsein zu stärken.

Aus dem Englischen übersetzt wurde das Buch von Birgitt Kollmann

Podcast: https://www.rebelgirls.com/podcast

Hanser-Verlag, 2017, ISBN: 978-3-446-25690-3

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PN

WOZU RASSISMUS?

von Aladin El-Mafaalani

In Aladin El-Mafaalanis neuestem Buch „Wozu Rassismus?“ wird aufgezeigt, dass Rassismus in unserer heutigen Gesellschaft immer noch stark verankert ist.

El-Mafaalani beginnt mit der Erklärung der Rassismus-Begriffe und der Unterscheidung zu Diskriminierungen. Er zeigt auf, von wem Rassismus ausgeht und wie Rassismen Lebensrealitäten zerstören können.

Die große Frage dabei ist, woher diese Rassismen kommen. Hierfür muss weit in der Geschichte zurückgegangen werden. Rassismen sind verbunden mit Herrschaftsstrukturen, in denen Menschengruppen auf Grund von äußerlichen Zuschreibungen benachteiligt werden. Diese Herrschaftsstrukturen gab es beispielsweise schon im antiken Griechenland. Verstärkt wurden diese während der Kolonialzeit und durch die Rassentheorien und -lehren von einflussreichen Philosophen (Immanuel Kant, Hegel u.a.). Diese Theorien und Lehren wirken bis heute in unsere Strukturen, Sprache und Wissenschaften, genauso wie sie Institutionen mitbestimmen und ordnen. Die Reproduktion alter Mechanismen hilft Machtstrukturen aufrechtzuerhalten, was es schwieriger macht, ihnen zu entfliehen.

Demnach strukturell begründet sind auch Bildungseinrichtungen betroffen. Viele Lehrmaterialien beinhalten bis heute rassistische Bilder, die oft nicht kritisch im Unterricht betrachtet werden, da das Lehrpersonal nur begrenzt Möglichkeit hat, sich im Bereich Rassismus-Kritik auszubilden.

„Wozu Rassismus?“ deckt das weitverbreitete Thema auf und vermag die einzelnen Ebenen und Strukturen aufbrechen. Es ist ein Buch, das jede*r einmal gelesen haben muss, denn Rassismus ist kein Problem für negativ betroffene, es betrifft vielmehr alle, die ganze Gesellschaft – von den einen geht es aus (intentioniert und nicht-intentioniert), und die anderen müssen mit den Folgen (physisch und psychisch) leben. Ein kompaktes Buch, das alle wesentlichen Informationen enthält und Rassismus anhand aktueller Beispiele darstellt.  

KiWi-Taschenbuch Verlag, 2021, 192, ISBN: 978-3-462-00223-2

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JN

Der Gesang der Berge

von Nguyễn Phan Quế Mai

Der Gesang der Berge: So poetisch der Titel klingt, so dramatisch ist der Inhalt dieses Buches, dessen zeitlicher Bogen von den 30er Jahren bis in die 70er Jahre reicht und damit die Zeit dreier Kriege in Vietnam einschließt: den II. WK, den Indochina Krieg und den sogenannten Vietnam-Krieg.

Der Leser spürt in diesem Buch mit jedem Satz, mit jedem Wort, wie sich Krieg anfühlt. Wer dachte, dass er alles über Vietnam und seine Kriege weiß, merkt hier vermutlich, dass es eine menschliche Dimension gibt, die man bei der Betrachtung des Landes oft ausklammert.

Das Leid, das den Menschen in Vietnam angetan wurde, von Menschen feindlicher Nationen, aber auch von Menschen des eigenen Volkes mit anderen politischen Überzeugungen, bekommt in diesem Buch einen Namen. Als Leser meint man fast, in die Seele der handelnden Personen einzudringen, die meisten von ihnen einer einzigen Familie angehörig, der Familie Trẩn. Am Beispiel dieser Familie wird die Geschichte eines ganzen Landes nachgezeichnet; die einzelnen Familienmitglieder handeln vor dem Hintergrund der historischen Ereignisse und machen diese für den Leser erlebbar.

Man erhält ein ziemlich umfassendes Bild von einem kriegsgebeutelten Land, angefangen mit den Wirren des II. Weltkrieges, die im letzten Kriegsjahr zu einer großen Hungersnot im Land führten, bis hin zum wiedervereinigten Vietnam (ab 1976), in dem sich Menschen begegneten, die sich vorher bekämpft hatten, auch innerhalb der eigenen Familie. Während der großen Hungersnot 1944/45 flohen die Menschen aus ihren heimatlichen Gebieten, sie kämpften um das nackte Überleben, doch haben es mehr als 1 Million Menschen nicht überlebt. Die Autorin schafft es, diese Kämpfe und seelischen Nöte eindrücklich zu beschreiben, indem sie den Leser an den Gesprächen z.B. der Protagonistin mit der Enkelin teilhaben lässt. Man spürt die wachsende innere Bande zwischen diesen beiden willensstarken Menschen, die das ganze Buch durchzieht.

Empathisch und mit großer Menschenkenntnis lässt die 1993 in Vietnam geborene Schriftstellerin Nguyễn Phan Quế Mai den Leser die einzelnen Schicksale dieser Familie über die Kriege hinweg begleiten. Realistisch und detailgetreu beschreibt sie die schlimmsten Gräueltaten, die Menschen einander antun können, und gleichzeitig hebt sie die freundlichen Gesten, die nachbarschaftliche Fürsorge, die gegenseitige Hilfe hervor, die von Friedensuche und Harmonie zeugen, und die Stärke familiärer Verbundenheit. Sanftheit und der Wunsch nach familiärer Harmonie spricht aus den Worten und Taten jedes Familienmitgliedes, und gleichzeitig wird die Zerrissenheit deutlich, die den einzelnen Menschen vor den zeithistorischen Hintergründen innewohnt.

Trotz all dieser Dramatik gelingt es der Autorin, die ganze Geschichte in eine sinnlich bildliche, immer wieder blumige Sprache zu betten, die an das Vietnamesische angelehnt ist.  Selbst dieser aus dem Englischen ins Deutsche übertragene Text gibt einen überzeugenden Eindruck des besonderen Duktus der vietnamesischen Sprache wieder - angefangen von den sinnhaften Personennamen (Guave u.a.) bis hin zu sanften Beschreibungen, die eine Person einer anderen zuteilwerden lässt.

Der Gesang der Berge ist ein beeindruckendes Familienepos und gehört zu den besten Büchern über dieses faszinierende Land.

Suhrkamp Verlag, 2021, 429, ISBN: 978-3-458-17940-5

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MM

Paulo Freire - Werk, Wirkung und Aktualität

von Kira Funke

Am Donnerstag, dem 18.11.2021 ging unsere monatliche Online-Buchvorstellung in die nächste Runde. Der Abend fand in Kooperation mit dem  EPiZ Reutlingen und der Giovane Elber Stiftung mit ihrem Verein zur Förderung brasilianischer Straßenkinder e.V. statt, welche  sich beide im Bereich Bildung engagieren, statt. Vorgestellt wurde das Buch „Paulo Freire – Werk, Wirkung und Aktualität“ von Prof. Dr. Kira Funke über den brasilianischen Pädagogen Paulo Freire, der in diesem Jahr 100 Jahre alt geworden wäre. Funke, die schon selbst in Brasilien mit den Ärmsten zusammengearbeitet hat und heute Professorin für Soziale Arbeit ist, präsentierte Freires Theorien und Konzepte klar und für fachfremde Menschen gut verständlich.

Paulo Freire gilt als einer der Klassiker in den Bereichen der Erziehungswissenschaft und der Sozialen Arbeit. Er wurde am 19.09.1921 im Nordosten von Brasilien geboren und wuchs in Armut und Hunger auf. Nach seiner Schulzeit studierte Freire Jura, jedoch übte er diesen Beruf nur sehr kurze Zeit aus. Er war der Überzeugung, dass er mit diesem Beruf die „Starken“ unterstützen würde und nicht die Menschen, die am meisten Unterstützung bräuchten. Nach dieser Erkenntnis fokussierte sich Paulo Freire auf die von ihm benannten „Unterdrückten“. Er entwickelte Techniken und Methoden, wie die Alphabetisierung, um den Schwächsten und Ärmsten im Land eine Stimme zu geben.  Durch Freires Bildungsarbeit kam es in den 1960er Jahren in Brasilien zu einem Militärputsch, weshalb er für viele Jahre ins Exil, unter anderem nach Chile und in die Schweiz, musste. Sein Bildungskonzept, das eigenständiges Denken in der breiten Bevölkerung fördern sollte, passte nicht in die Politik der damaligen brasilianischen Regierung. 1980 konnte Freire schließlich wieder nach São Paulo zurückkehren, wo er 17 Jahre später starb.

Ein wichtiger Aspekt  für Freire war, dass er die Lebensrealitäten der Menschen in den Mittelpunkt stellte und schaute, was sie gerade am meisten beschäftigte. Von diesem Ausgangspunkt seiner Schüler*innen setzte er mit seinen Bildungs- und Erziehungsmethoden an; ein Ansatz, mit dem er auch das Globale Lernen mitprägte.

Ein Interview mit Kira Funke:  https://www.waxmann.com/interview_funke/

Funke, Kira: Paulo Freire – Werk, Wirkung und Aktualität. 2010,  Interaktionistischer Konstruktivismus,  Band 9,  1. Auflage, 340  Seiten,  broschiert,  39,90 €,  ISBN 978-3-8309-2355-8 https://www.waxmann.com

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JN

Die siehst du! Die Vögel um dich herum

von Michael Schmolz

Kurz vor der Sommerpause gab es im Welthaus nochmal eine Online-Buchvorstellung: Am 27.07. war Michael Schmolz mit seinem Buch „Die siehst du! Die Vögel um dich herum“ zu Gast; eine Kooperationsveranstaltung von Welthaus Stuttgart e.V. mit den beiden Mitgliedsvereinen EPiZ und BUND. An dem Abend wurde ein hochaktuelles Thema angesprochen: Klimawandel und wie wir bei der Vogelbeobachtung die Auswirkungen des Klimawandels in unserer Umgebung erkennen können.

 

Der Ornithologe Michael Schmolz nahm die Teilnehmer*innen mit auf eine Entdeckungstour und stellte einige Vogelarten vor, die sich in unserer Nachbarschaft befinden. Es wurde klar, dass sich die Veränderungen beim Klima auch auf die Bestände der Vögel auswirken. Zum Beispiel kommt es zu Zuwanderung bzw. Arealausdehnung von Vogelarten, die bisher in Stuttgart als Brutvögel unbekannt waren und die mehrheitlich aus dem Mittelmeergebiet stammen. „Im wahrsten Sinne handelt es sich bei diesen Arten um ‚Gradmesser‘, die anzeigen, dass es sukzessive wärmer wird“, so Michael Schmolz. Profiteure des Klimawandels sind demnach beispielsweise Mittelmeermöwe, Alpensegler und Zaunammer. Im Gegenzug dazu gehen die Bestände anderer Vogelarten deutschlandweit massiv zurück, wie das Rebhuhn, oder drohen komplett auszusterben, wie zum Beispiel der Seggenrohrsänger oder auch der Kampfläufer. Hier wirken sich jedoch mehr die Intensivierung der Landwirtschaft, der immer noch enorme Flächenverbrauch und das Trockenlegen von Feuchtgebieten aus. Dennoch lässt sich der Klimawandel nicht leugnen, wie dieser Abend wieder zeigte.

 

Kosmos Verlag, 2020, 224, ISBN 978-3-440-16527-0

 

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Dein ist das Reich

von Katharina Döbler

Nach dem Gespräch letzten Sonntag fragte sich Katharina, inwieweit ihre Oma mit der Weltgeschichte zu tun hatte. Was sie nicht wusste, dass diese Frage sie zurück in die Zeit des Kolonialismus zurückversetzen wird und sie mit einer Geschichte konfrontiert wird, von der sie nichts ahnte. Die Frage zum Kolonialismus und unser Bezug dazu wird immer mehr ein zentraler Ansatz in unserer Gesellschaft. In dem Buch „Dein ist das Reich“ erzählt Katharina Döbler, wie ihre Familiengeschichte aus dem ländlichen Bayern mit dem Kolonialismus verwoben ist. Das Buch ist in vier Abschnitte aufgeteilt: Aufbruch, Ankunft, Träume und Abschiede. Im ersten Teil stellt die Autorin die vier Hauptcharaktere der Geschichte vor.

Die Autorin verdeutlicht, wie sich die Wege ihrer Großeltern kreuzen und die vier Personen mit der Weltgeschichte des Kolonialismus verbunden sind. Klug und mit feinem Humor zeichnet die Erzählerin des Romans nach, wie die große Weltgeschichte über das kleine Leben der Familie hinwegfegt.

Bis zum 08.05.2022 gibt es im Lindenmuseum eine Werkstattausstellung zum Kolonialismus unter den Namen „Schwieriges Erbe“. Zentrales Thema dieser Ausstellung ist die koloniale Vergangenheit des Museums, die sich in der Sammlung widerspiegelt.

Claassen Verlag, 2021, 480, ISBN: 9783546100090

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EK

 

Klima|x

von Andreas Malm

„Wie kam es, dass die Staaten des Globalen Nordens auf das Coronavirus reagiert haben, nicht aber auf die Klimakrise?“ (Malm, 2020, S. 23).

Das ist eine der Kernfragen in Andreas Malms Essay „Klima|x“, welches 2020 beim Matthes & Seitz Berlin-Verlag erschienen ist. Was der deutsche Titel noch nicht verrät, aber durch den Originaltitel deutlich wird: „Corona, Climate, Chronic Emergency. War Communism in the Twenty-First Century“. Andreas Malm beschreibt eindrücklich in den drei Teilen des Buches, wie durch unser Verhalten im Globalen Norden es zu großen Pandemien, wie die Corona-Pandemie, kommt. Dabei betrachtet er den Kapitalismus, das Klima, unser Verhalten und unsere Gewohnheiten, die alle auf eine Weise Einfluss auf die Pandemie haben. Beginnend  mit unserem Verhalten und Konsum, die hauptsächlich die Natur im Globalen Süden zerstören. Es werden für uns Regenwälder zerstört, Lebensräume von Wildtieren vereinnahmt und zugepflastert oder Monokulturen geschaffen.

Virale Pandemien wie die Corona-Pandemie werden hauptsächlich von Tieren, wie Fledermäuse, auf Menschen übertragen. Dieser Mechanismus wird „zoonotischer Spillover“ genannt. Die Fledermäuse übertragen schließlich das Virus auf andere Wirt*innen oder den Menschen. Der Mensch dient schließlich als Verteiler, was in einer globalisierten Welt rasant vonstattengeht. Es wird im Buch zudem deutlich gemacht, weshalb der Globale Norden, am Anfang der Pandemie, mehr Coronafälle zählt, als der Globale Süden. Grund dafür ist der Handel und die Globalisierung, die meistens Globalen Norden stattfinden und nicht im Globalen Süden.

Zu Andreas Malms zentrale These des Essays, die Corona-Pandemie würde stärker vom Globalen Norden bekämpft werden als die Klimakrise, hat er folgende Erklärung: Bei der Klimakrise spüren wir im Norden noch nicht so heftig die Auswirkungen. Bei der Corona-Pandemie war und ist das anders: Das Virus breitete sich rasanter im Globalen Norden aus als im Süden. Den Wirtschaften drohte der Stillstand. Die Pandemie wurde von einigen Politiker*innen als ein Krieg gegen ein Virus bezeichnet, das die Bevölkerung in Alarmbereitschaft brachte. Bei der Klimakrise verspürt der Globale Norden jedoch noch nicht so eine Dringlichkeit, diese zu behandeln, bzw. zu bekämpfen, da man nur indirekt betroffen ist.

Auch wenn Andreas Malm mit seinen Thesen und Annahmen bei manchen etwas provokant rüberkommt, braucht es diese Annahmen, damit wir im Globalen Norden die Klimakrise und ihre Ursachen genauso bekämpfen, wie die Corona-Pandemie, und nicht nur die Symptome.

Matthes & Seitz Berlin, 2020, 263, ISBN: 978-3-7518-0307-6

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JN

Die Botschaft der Pflanzen

von Burkhard Bohne

Burkhard Bohne erweckt bei dem/der LeserIn  schon auf den ersten Seiten des Buches den Eindruck, man als würde selbst mit dem Fahrrad über eine morgendliche Waldlichtung fahren und die Gerüche und Vielfalt der Pflanzen im Klostergarten fühlen und sehen, so wie er es an diesem Wochenende im Sommer 2020 tat. Mit seinem Buch „Die Botschaft der Pflanzen“  gibt der Autor einen Einblick in die wunderbare Komplexität der Natur, der nicht auf rein naturwissenschaftlicher, faktischer Ebene stattfindet, sondern auch spirituell und emotional. Die Verbindung zu den Pflanzen und vor allem ihre Wertschätzung und den bewussten Umgang mit ihnen, sieht Burkhard Bohne als Chance sowohl für jeden Einzelnen als auch für die konsumorientierte Wohlstandsgesellschaft. Gerade in Zeiten der Klimakrise werden die Verbindung und der Umgang mit Natur immer relevanter. Dieses Buch motiviert, diese Verbindung zu Pflanzen selbst zu spüren und erweitert den Blick beim nächsten Spaziergang.

L.E.

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Plastikfrei für Einsteiger

von Christoph Schulz

Plastikfrei für Einsteiger. Der schlechte Ruf von Plastik ist allgegenwärtig. Das Verbot von Plastikstrohalme, Plastikbesteck und Plastiktüten kommt, Unverpacktläden sind mittlerweile in vielen größeren und kleineren Städten zu finden und der Jutebeutel hat einen Wandel von der alten „Notfalltasche“ zum Alltagsgegenstand mit individuellen, trendigen Motiven, der sich nicht nur fürs Einkaufen sehen lassen kann, gewandelt. Aber warum das Ganze? Und wie kann ich es schaffen, meinen Lebensstil plastikärmer zu gestalten?
Christoph Schulz gibt in seinem Buch Antworten zum Thema Recycling, dem Einstieg in das plastikfreie Leben und hat einige spannende Tipps und Hilfestellung für den Alltag ohne Plastik. Wer Interesse daran hat, sein eigenes Spülmittel herzustellen, wird in den Do-It-Yourself-Projekten fündig. Dieses Buch zeigt, dass der Umstieg manchmal gar nicht so schwer und mühselig sein muss wie es einem im ersten Moment vorkommt, sondern sogar Spaß machen kann.

L.E.

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Sie behandelten uns wie Tiere

von Sara & Célia Mercier

In einem Dorf in der irakischen Provinz Ninive bricht im August 2014 das Leben der Dorfgemeinschaft zusammen. Soldaten des IS, sogenannte Daesch, überfallen das Dorf, morden und rauben und zerstören das Leben hunderter Menschen. So auch das der jungen Jesidin Sarah, die mit ihren Schwestern von den Daesch entführt wird. In diesem Buch erzählt Sarah von ihrem Leben: der friedlichen Kindheit mit Traditionen und dem Aufwachsen in einer eng verbundenen Glaubensgemeinschaft, die auch ihren Glauben prägt, von ihrer Schulzeit und wie sie als junges Mädchen beginnt, sich zu verlieben. Bis zu dem einen Tag im August. Es folgen dunkle Kapitel. Sarah gerät in Gefangenschaft, wird von Daesch vergewaltigt, unternimmt mehrere Fluchtversuche und schafft es schließlich zu entkommen.

L.E.

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