Die siehst du! Die Vögel um dich herum

Von Michael Schmolz

Kurz vor der Sommerpause gab es im Welthaus nochmal eine Online-Buchvorstellung: Am 27.07. war Michael Schmolz mit seinem Buch „Die siehst du! Die Vögel um dich herum“ zu Gast; eine Kooperationsveranstaltung von Welthaus Stuttgart e.V. mit den beiden Mitgliedsvereinen EPiZ und BUND. An dem Abend wurde ein hochaktuelles Thema angesprochen: Klimawandel und wie wir bei der Vogelbeobachtung die Auswirkungen des Klimawandels in unserer Umgebung erkennen können.

 

 

Die Aktivistin

Von Jutta Blume

Am 10. Juni fand eine weitere Online-Buchvorstellung statt, die ein sehr spannendes, aber auch konfliktgeladenes Thema ansprach: Die kriminellen Machenschaften in Honduras und die damit einhergehende hohe Gefahr, der AktivistInnen bei ihrer, so wichtigen, Arbeit vor Ort ausgesetzt sind. Das Tropenparadies Honduras ist nicht so paradiesisch wie es scheint. Das erfuhren ZuhörerInnen, die am Donnerstagabend gespannt der Lesung von Jutta Blume aus ihrem Krimi „Die Aktivistin“ lauschten. Die Journalistin und Autorin Blume kennt die Situation vor Ort aus eigener Erfahrung und holt die HörerInnen mit ihren Erzählungen, die sie zwischen die gelesenen Abschnitte einschob, auf eine ganz besondere Weise ab.

 

 

Die ewige Wanderin - Eine Lebensgeschichte

Von Manuel Vargas

Am 17. Mai fand eine weitere Online-Buchvorstellung über sprachliche Grenzen hinweg statt, die den Zugang zu einem Thema schaffte, welches vielen Teilnehmenden bislang verborgen blieb: Die Bedeutung der Muttersprachen indigener Kulturen die gezwungen werden, Spanisch zu sprechen und ein neues Bewusstsein über die lebendige, gesprochene Sprache in der Literatur. Patricia Illanes-Wilhelm präsentierte das Buch "Sal de tu tierra". Der aus Bolivien zugeschaltete Autor Manuel Vargas las hieraus Passagen vor, die beschreiben, wie die Protagonistin Melisa ihre Kultur und ihre Sprache wahrnimmt und welche Herausforderungen den Lebensweg des jungen indigen Mädchens bestimmen.

 

Schmerzliche Heimat Deutschland und der Mord an meinem Vater

Von Semiya Simsek und Peter Schwarz

Eine unbeschwerte Kindheit, eine erfolgreiche Karriere und eine glückliche Familie. So sah das Leben von Semiya Simsek aus. Bis zu dem einen Samstag im September 2000, als ihr Vater erschossen wurde und sich daraufhin das Leben der damals 14-jährigen schlagartig veränderte. Was auf dieses Ereignis folgt, ist kaum zu fassen. Die Familie, die gerade um einen geliebten Menschen trauert, wird verdächtigt, bedrängt, überwacht und von Vorurteilen zerrüttet, bis 11 Jahre später endlich die Hintergründe der Tat aufgedeckt werden. Semiya Simsek schreibt in "Schmerzliche Heimat" über die tragische Geschichte ihrer Familie. Über einen Schicksalsschlag, der vor dem Hintergrund der aktuellen gesellschaftlichen Integrations- und Rassismusdebatten, zum Nachdenken anregt.

 

Meine Welt schmilzt. Wie das Klima mein Dorf verwandelt.

Von Line Nagell Ylvisåker

Treibhausgase, fossile Brennstoffe, Pol- und Gletscherschmelze – das alles sind Fachbegriffe rund um den Klimawandel. Im Kontext der Klimakrise sind diese Begriffe alarmierend und doch erscheinen sie fern, weil abstrakt. Line Nagell Ylvisåker zeigt was passiert, wenn der Klimawandel in unmittelbarer Nähe konkret und unausweichlich spürbar wird.

 

 

 

Gegen den Hass

Von Carolin Emcke

Unsere Gesellschaft ist zunehmend von Polarisierungen geprägt. Zumindest wirkt es so, bestimmt auch, weil sich Zwietracht medial einfacher abbilden lässt als Eintracht… Dennoch merkt man im Kleinen (am Essenstisch mit der Tante) wie im Großen (auf der Politikbühne), dass die Frage, wie wir miteinander sprechen können, immer wichtiger wird.

 

 

Wir lassen sie verhungern

Von Jean Ziegler

Jean Ziegler ist mehrfach ausgezeichnet für sein Engagement, aber auch vielfach angeklagt. Er setzt sich unermüdlich für dieses eine Ziel ein: Die Ungerechtigkeiten dieser Welt bekämpfen. Wohltätigkeitsorganisationen und Spendenaktionen sind das Ergebnis einer guten Absicht. Doch verschleiern solche Hilfsleistungen oftmals Ungerechtigkeiten struktureller Art, die man – besänftigt durch das gute Gewissen der „Wohltätigkeit“ – gerne mal übersieht. Jean Ziegler macht in seinem Buch „Wir lassen sie verhungern“ auf eben diese Strukturen aufmerksam. Er sagt: Jedes Kind, das stirbt, wird getötet, weil wir weltweit genug Essen haben. Das Problem ist die ungerechte Verteilung, die nicht zuletzt auf postkolonialen Strukturen beruht. Dieses Buch ist ein wacher und sensibler Aufschrei und eine Einladung, das eigene Denken zu überdenken…

C.Bertelsmann Verlag, 2012, 320 Seiten, ISBN: 978-3-641-07957-4.

Zur Detailseite des Verlags.

Die Schock-Strategie. Der Aufstieg des Katastrophen-Kapitalismus.

Von Naomi Klein

Nachhaltigkeit, Zero Waste, Artenschutz: Es gibt viele wichtige Strategien, um die Klimakatastrophe des gegenwärtigen Jahrhunderts einzudämmen. Doch die entscheidende Frage bleibt: Ist ein Wirtschaftssystem, das auf endloses Wachstum ausgerichtet ist, mit einem konsequenten Klimaschutz vereinbar? Vielleicht müssten wir anfangen, unsere Art des Wirtschaftens zu hinterfragen. Denn an einer Schlüsselfrage kommt man nicht vorbei: Wie passen die immer bedrohlicher werdende Knappheit der Ressourcen einerseits und die Allgegenwärtigkeit des Wachstums und Konsums andererseits zusammen?

 

 

Eure Heimat ist unser Albtraum

Herausgegeben von Fatma Aydemir und Hengameh Yaghoobifarah

Aufsatzsammlung mit Beiträgen von Sasha Marianna Salzmann, Sharon Dodua Otoo, Max Czollek, Mithu Sanyal, Olga Grjasnowa, Margarete Stokowski uvm.

Heimat ist ein umkämpfter Begriff: „Lieber nicht mehr verwenden“, sagen die einen, „Nur durch einen anderen Gebrauch kann er umgedeutet werden“, sagen die anderen. 2018 ruft die deutsche Bundesregierung das sogenannte „Heimat-Ministerium“ ins Leben. Die Aufsatzsammlung Eure Heimat ist unser Albtraum“ ist eine Antwort darauf.

 

Desintegriert euch!

Von Max Czollek

Worauf will Max Czollek mit diesem provokativ anmutenden Titel hinaus? Czollek führt vor Augen, welche Prämissen mit dem Integrationsbegriff einhergehen. Denn: Immer wenn von „Integration“ gesprochen wird, erzeugt man das Bild einer homogenen deutschen Gesellschaft, in die man sich integrieren muss. Doch wer oder was soll diese homogene Gesellschaft eigentlich sein? Macht nicht die Pluralität selbst die deutsche Gesellschaft aus? Czollek verdeutlicht in „Desintegriert euch!“, inwieweit jüdische Menschen wichtiger Teil einer Erinnerungskultur geworden sind. Dabei werden sie selbst oftmals nicht als Individuen wahrgenommen, sondern hauptsächlich in ihrer Funktion als jüdische Menschen, die für das „Gedächnistheater“ unabdingbar sind.