Hier finden Sie kurze Rückblicke auf ausgewählte Veranstaltungen des Welthaus Stuttgart e.V.

Retrospektive: 102. Katholikentag im und rund um das Welthaus

Die Verhüllung des Kaiser Wilhelm I. Denkmals blieb nicht unbemerkt und auch das Welthaus war ein Teil dieser Aktion. Das Künstlerkollektiv ReCollect  gab eine Performance vor dem verhüllten Denkmal.  Nun ist der Kaiser wieder sichtbar; besonders sein Schatten hat sich vergrößert.

Passend zum Thema Kolonialismus wurde ein Teil der Ausstellung vom Lindenmuseum mit dem Titel „Schwieriges Erbe - Lindenmuseum und Württemberg im Kolonialismus - Perspektivwechsel“ im Foyer des Welthauses aufgestellt und wurde zu einem kleinen Publikumsmagneten.

Bis Ende Juli ist es weiterhin möglich die Ausstellung zu besuchen und diesen Perspektivwechsel nochmal zu begutachten.

Darüber hinaus bot das Welthaus einen Bastelworkshop für Kinder und Jugendliche an, die sich mit Eifer ihren eigenen Karlsplatz künstlerisch zugeschnitten haben.  Zudem gab es Gespräche mit den Künstlern von ReCollect und Vorträge über fair gehandelten Kaffee im Weltladen.

Damit endete der 102. Katholikentag - und das Denkmal steht wieder unversehrt da.

Bericht: DF

Markttag der vhs-Ökostation Stuttgart

Der Markttag der vhs-Ökostation fand am 15.05.2022 auf dem Gelände am Wartberg und im Gemeinschaftsgarten der Ökostation statt. Eine Vielzahl von Ständen mit unterschiedlichen Akteuren aus der Region, die sich vor allem für nachhaltigen Konsum und verantwortungsbewussten Umgang mit Lebensmittel einsetzen, waren vor Ort. Neben gemeinschaftlichen Aktivitäten wie der Kleidertauschparty und der Pflanzentauschbörse, gehörten auch Vorträge und kreative Workshops, zum Beispiel Batiken und Backen, zum Programm. Mit dieser bunten Mischung an Möglichkeiten konnte Spaß und Wissenswertes an alle Generationen  vermittelt werden.

Auch das Welthaus war mit drei Vertreter*innen dabei und repräsentierte an seinem Stand nicht nur Verein, Weltladen und Weltcafé, sondern zusätzlich das AGENDA 2030-Bündnis „mEin Stuttgart mEine Welt“. Im Verlauf des sonnigen Nachmittags konnten wir mit dem facettenreichen Glücksrad den Besucher*innen die 17 Nachhaltigkeitsziele näherbringen und es kam zu vielen angeregten Gesprächen über Nachhaltigkeit inner- und außerhalb Stuttgarts. Egal wie alt oder groß, wie unerfahren oder informiert, durch dieses Zusammentreffen konnten alle etwas Neues lernen! Auch wir als Team haben in den abwechslungsreichen Konversationen viele Eindrücke gesammelt und je nach Gesprächspartner*innen andere Perspektiven eingenommen. Diesen ungezwungenen Austausch erlebten wir als große Bereicherung, in der die Stärke des Markttages liegt.

Auch unsere anstehenden Veranstaltungen und die Crowdfunding-Kampagne waren an diesem Tag ein zentraler Gesprächspunkt. Zusätzlich bot der Markttag wunderbare Gelegenheit, um mit anderen Vereinen und Verbänden in Kontakt zu treten und an deren Ständen mehr über ihre Arbeit zu erfahren.

Wir bedanken uns bei allen Teilnehmenden sowie Vincent Grgic, Paulina Hertzsch und Esma Kizilaslan für die gelungene Durchführung!

Bericht: PH

Politische Bildung für Zugewanderte im Orientierungskurs

von Isabel Lindinger

Am 11.05.2022 fand die vorerst letzte Online-Buchpräsentation mit Isabel Lindinger statt. Passend zum Thema des Buches: Politische Bildung für Zugewanderte im Orientierungskurs, präsentierte unser Partnerverein just human e.V. dessen Ziele und Projekte. Just human e.V. setzt sich für die Einhaltung der Menschenrechte ein und arbeitet daran,  im Idealfall Fluchtursachen zu verhindern. Der Verein betreibt sichere Zulaufstellen für Geflüchtete und Diskriminierte in Athen und Bredasdorp in Afrika.

Isabel Lindinger arbeitet als Dozentin in Karlsruhe in den Bereichen Migration, Bildung und sprachdidaktische Ansätze. Ihr Buch „Politische Bildung für Zugewanderte im Orientierungskurs“ ist eine detaillierte Analyse von zwei Orientierungskursen, die 2 Tage lang intensiv beobachtet wurden. In den Kursen befanden sich hauptsächlich Wirtschaftsmigranten aus vielen verschiedenen Ländern. Der Orientierungskurs enthält 100 Unterrichtsstunden und endet mit einer Prüfung, bei der man mindestens 15 von 33 Fragen richtig beantworten muss. Doch Wie deuten die Migranten die Aufgaben und welche Rolle spielt ihr kultureller Hintergrund dabei? Wo liegen die Anschlüsse und Brüche der Migranten gegenüber der Verfassung? Wie vertraut sind sie mit einer rechtsstaatlichen Demokratie und wie nähern sie sich daran an?

Ziel der Buchvorstellung sollte es sein, den Weg und die Schwierigkeiten der Migranten nachzuvollziehen. So wurde eine Übungsaufgabe in Englisch gestellt, die die Teilnehmer beantworten sollten. Dabei wurde sofort verständlich, wie einzigartig die Verfassungsorgane der Bundesrepublik doch sind, sei es Bundesrat, Bundestag oder Bundesland. Diese in eine andere Sprache zu übersetzen würde einem nicht viel dabei helfen, sie zu verstehen. Auch  ist das sprachliche Niveau, das abverlangt wird, Teil der Komplexität. Nicht nur muss man die oft gleich klingenden Verfassungsorgane unterscheiden, man muss auch das Zusammenspiel dieser verstehen und wiedergeben können.

Und wenn man das nicht bewältigen kann? Dann breitet sich die Verzweiflung und der Frust aus, den wir an Hand eines Beispiels aus dem Buch nachvollziehen konnten. Die Übungsaufgabe verlangte die Architektur der Bundesregierung mit Hilfe von Bildern und Textabschnitten richtig zuzuordnen.  Eine Teilnehmerin wechselte daraufhin auf ihre Muttersprache. Doch wieso ist das passiert?

„Das ist hier alles zu kompliziert, deswegen funktioniert unser Land auch nicht“ lautete die Behauptung der brasilianischen Migrantin. Doch was meint sie genau? Funktioniert Brasilien nicht, weil dort jeder Politiker werden kann? Oder funktioniert Deutschland nicht, weil das politische System zu kompliziert ist? In einem anderen Beispiel entstand ein Gespräch zwischen einem Mann aus Italien und einem aus Tunesien. Befragt wurde der Mann aus Tunesien zur Demokratie in seinem Land und so antwortete er: „Sie sagen Demokratie, Ja.“ „aber spielen nur diese Rolle“. Was wollte dieser Mann zur Sprache bringen? Wer mehr über die Analyse solcher Gespräche erfahren will, der kann im Buch weiterlesen.

Wir bedanken uns bei Isabel Lindinger für die lehrreiche Präsentation ihres Buches. Auch danken wir allen Teilnehmern und just human e.V. für die begeisterte Mitarbeit.

Zuletzt will das Welthaus noch auf die SDG-Quiz Crowdfunding Kampagne aufmerksam machen, die gerade ins Rollen gebracht wurde.

https://stadtwerke-stuttgart-crowd.de/sdg-quiz Mitmachen erwünscht!

 

Transcript Verlag, 2022,ISBN: 978-3-8376-5990-0

Zur Detailseite des Verlags

Bericht: DF

Möhringen: Aktionstag „Bunter Tisch Natur“

Auf Einladung der Initiative "Bunter Tisch Natur Möhringen - Fasanenhof - Sonnenberg" beteiligte sich das Welthaus am 9. April 2022 beim Möhringer
Aktionstag „Bunter Tisch Natur“. Im dortigen Gemeindezentrum gab es interessante Impulse und Stände zu den Themen Nachhaltigkeit und Fairer Handel, einen Pflanzentauschmarkt und vielfältige Mitmachmöglichkeiten.

Am Stand des Welthauses konnten die Besucher*innen am SDG-Glücksrad drehenund ihr Wissen zu Stuttgart und seiner Nachhaltigkeit testen. Als Preise gab es kleine Schokolädchen – fair gehandelte selbstverständlich. Außerdem hielt das Welthaus-Team weiterführende Informationen zu den 17 Nachhaltigkeitszielen und ihren Anlaufstellen in Stuttgart und Umgebung bereit.

Welthaus Stuttgart e.V. bedankt für den Austausch und die tolle Organisation des Aktionstages!

Mehr zum Bunten Tisch Natur unter: https://natur-moehringen.de/

Mehr zum Agenda 2030 Bündnis mEin Stuttgart-mEine Welt, mit dem das Welthaus die Fragen für das Glücksrad konzipierte: https://www.meinstuttgart-meinewelt.de/

 

Bericht: JV

Online-Buchvorstellung im Februar

Vietnam, China, Deutschland. In diese Länder nahm uns Imke Müller-Hellmann am 24. Februar 2022 im Rahmen unserer Online-Buchvorstellungsreihe mit. Wir begleiten die Autorin auf einer ungewöhnlichen Reise: Für ihr Buch “Leute machen Kleider[1]” reiste Imke Müller-Hellmann nämlich die Produktionswege  ihrer 10 Lieblingskleidungsstücke ab. Unterwegs führte sie Gespräche mit Näher*innen und Produzent*innen, an denen sie uns in ihrem Buch teilhaben lässt. Eindrucksvoll schildert sie dort ihre Beobachtungen und Eindrücke vor Ort in den Nähereien, in den Fabriken und in den Büros ferner und naher Länder.

Der Abend startete mit einer Begrüßung von Martina Merklinger (Welthaus Stuttgart e.V.), in der sie auch Solidarität und Mitgefühl im Namen des gesamten Welthaus-Teams für die Ukraine und den Menschen vor Ort aussprach. Anschließend präsentierte Angelika Schiffer von der Stuttgarter Abteilung von Terre des Hommes[2], Mitglied im Welthaus e.V. und Kooperationspartner dieser Veranstaltung, die Ziele des Kinderhilfswerkes. Ein Punkt war die ausbeuterische Kinderarbeit gerade in manchen Produktionsstätten der Textilindustrie.

Imke Müller-Hellmann las zunächst aus dem Kapitel “Die Fleecejacke, Moon River Jacket”, in dem sie von ihrer Reise nach Vietnam berichtet. Neben spannenden Schilderungen von den Straßen Vietnams, erzählte sie von der Fabrik, in der ihre Jacke genäht wurde und von einem Gespräch mit einer Näherin vor Ort. Zurück in Deutschland traf sie einen deutschen Importeur, der ihr die Textilindustrie aus der Sicht eines Geschäftsmannes schilderte. Imke Müller-Hellmanns Schilderungen geben einen guten Einblick in die Praxis der globalen Textilindustrie und wie unterschiedlich dabei die Arbeitsbedingungen und Textilverarbeitung sein kann. Neben dunkeln Fabrikhallen, in denen die Näher*innen unter schlechten Bedingungen arbeiten, berichtete sie auch von Betrieben, in denen faire Arbeitsbedingungen und ökologisches Verantwortungsbewusstsein bei der Verarbeitung der Kleidungsstücke einen hohen Stellenwert haben. Die Autorin ließ sich viel Zeit für Fragen und ging dabei unter anderem detaillierter auf die Marken ein, die sie positiv überrascht hatten und berichtete ebenfalls von Hürden während ihrer Recherche und den Reisen. Sie scheute außerdem nicht davor zurück, auch kritische Themen wie den hohen CO2-Ausstoß ihrer Reisen anzusprechen. Dabei betonte sie, dass sie ihre Reisen bewusst und mit Absicht mit viel Zeit plane, um unnötige Flüge zu vermeiden. Umweltfreundlichere Bus- und Zugreisen gehören ebenso zu ihrem Konzept.

Abschließend freuten wir uns sehr darüber, einen kurzen Einblick in ihr neues Buchprojekt “Mauersegler[3]” zu erhalten. Das Buch handelt von der Zugroute der Mauersegler von Bremen nach Tanzania, welche die Autorin selbst bereist und dabei nicht nur Eindrücke von den Vögeln sammelt, sondern auch die Geschichten der Menschen in den jeweiligen Ländern “einpackt”.

Mit viel Charme und einer einzigartigen Erzählweise gestaltete Imke Müller-Hellmann einen kurzweiligen Abend und schaffte dadurch eine große Wertschätzung für die harte Arbeit der Näher*innen und unsere Kleidungsstücke.

 

 

[1] Imke Müller-Hellmann: Leute machen Kleider- Eine Reise durch die globale Textilindustrie

Gebunden, mit Schutzumschlag

20,00 €

ISBN: 978-3-95510-141-1

www.osburg-verlag.de

[2]Terre des Hommes https://www.tdh.de/index/

[3] Buchprojekt “Mauersegler” https://www.imkemuellerhellmann.de/buchprojekt-mauersegler/

 

Bericht: JV

Bericht „Dreckige Klamotten“ – 09.02.2022

In der Online-Veranstaltung mit dem Motto „Dreckige Klamotten? – von Fast Fashion zu fairer Mode“, die am 09.02.2022 stattfand und von der Fairtrade-Initiative Sulz¹ in Kooperation mit Welthaus Stuttgart e.V.² organisiert wurde, präsentierte der mehrfache Buchautor Frank Herrmann, was für einen großen Einfluss die heutige Modeindustrie auf Umwelt, Klima und die betroffenen Arbeitenden hat, und wie es dazu kommt, dass eine gewöhnliche Jeans bis zu 50.000 km zurücklegt, bis sie bei uns im Geschäft ankommt.

Neben spannenden und zugleich erschreckenden Fakten über menschenunwürdige Arbeitsbedingungen, lange Lieferketten und die exponentiell wachsende Konsumgüterproduktion waren auch Einblicke in die Auswirkungen der aktuellen Pandemielage, die vor allem dem Online-Handel zu enormem Wachstum verhilft, Teil des Vortrags.

Doch es blieb nicht nur bei beängstigenden Fakten. Nach einer kurzen Pause, die Raum für Fragen schaffte und zum Verdauen der, teilweise Hoffnungslosigkeit schürenden, Informationen genutzt wurde, geht es ermutigend weiter: Denn Frank Herrmann legte mindestens genauso viel Wert darauf zu erklären, was es braucht, um einen Weg heraus aus diesem Teufelskreis zu finden und die Welt wieder ein Stück zu „fairbessern“. Dabei war es ihm wichtig zu betonen, dass wir als Konsumierende zwar einen gewissen Druck ausüben und die Nachfrage beeinflussen können, aber das Problem nicht ohne von der Politik ausgehende Subventionierungen oder Reformen sowie vom Staat festgelegte Gesetze für Nachhaltigkeitskriterien zu bewältigen ist. Ein Blick auf einige Labels, die sich bereits für faire Produktion und zukunftsorientierte Konzepte einsetzen, z.B. Hempage, die Kleidung größtenteils aus dem robusten und umweltfreundlichen Naturrohstoff Hanf fertigen, spendete Zuversicht und machte Mut.

Faire Mode und nachhaltiger Konsum verhindern nicht nur ein schlechtes Gewissen, sondern sind notwendig, um Menschenrechte und eine Existenzgrundlage für die kommenden Generationen unserem Planeten zu sichern. Sein Appell war ganz klar: Jede*r kann dazu beitragen, man muss es nur wirklich wollen und erkennen, dass weniger meistens mehr ist!

Sehr eindrucksvoll war auch die Leseprobe aus dem neuen, voraussichtlich am 12.04.2022 erscheinenden Buch „Der Mächtigen Zähmung“, in dem er sich vertieft mit den Themen dieses Vortrages beschäftigt. Noch mehr Tipps und Informationen zum umfangreichen Thema Nachhaltigkeit sind in seinen bereits veröffentlichten Büchern „FAIRreisen“ und „Fair einkaufen – aber wie?“ sowie in den zugehörigen Blogs zu finden.

¹ Fairtradetown-Initiative Sulz am Neckar:

Die Sulzer Initiative aus ca. 30 Partner*innen setzt sich für fairen Handel, gegen Kinderarbeit und für regionale Produktion und Produkte ein: https://www.fairtrade-towns.de/aktuelles

Ansprechpartner sind der Sprecher der Initiative, Herr Andre Amon, und in  der Stadtverwaltung Herr Hans-Ulrich Händel.

² Welthaus Stuttgart e.V. bildet zusammen mit dem Weltcafé und dem Weltladen an der Planie das Welthaus, in dem sich Theorie und Praxis des fairen Handels vereinen.

 

Bericht: Paulina Hertzsch

Online-Buchvorstellung im November

Am Donnerstag, dem 18.11.2021 ging unsere monatliche Online-Buchvorstellung in die nächste Runde. Der Abend fand in Kooperation mit dem  EPiZ Reutlingen und der Giovane Elber Stiftung mit ihrem Verein zur Förderung brasilianischer Straßenkinder e.V. statt, welche  sich beide im Bereich Bildung engagieren, statt. Vorgestellt wurde das Buch „Paulo Freire – Werk, Wirkung und Aktualität“ von Prof. Dr. Kira Funke über den brasilianischen Pädagogen Paulo Freire, der in diesem Jahr 100 Jahre alt geworden wäre. Funke, die schon selbst in Brasilien mit den Ärmsten zusammengearbeitet hat und heute Professorin für Soziale Arbeit ist, präsentierte Freires Theorien und Konzepte klar und für fachfremde Menschen gut verständlich.

Paulo Freire gilt als einer der Klassiker in den Bereichen der Erziehungswissenschaft und der Sozialen Arbeit. Er wurde am 19.09.1921 im Nordosten von Brasilien geboren und wuchs in Armut und Hunger auf. Nach seiner Schulzeit studierte Freire Jura, jedoch übte er diesen Beruf nur sehr kurze Zeit aus. Er war der Überzeugung, dass er mit diesem Beruf die „Starken“ unterstützen würde und nicht die Menschen, die am meisten Unterstützung bräuchten. Nach dieser Erkenntnis fokussierte sich Paulo Freire auf die von ihm benannten „Unterdrückten“. Er entwickelte Techniken und Methoden, wie die Alphabetisierung, um den Schwächsten und Ärmsten im Land eine Stimme zu geben.  Durch Freires Bildungsarbeit kam es in den 1960er Jahren in Brasilien zu einem Militärputsch, weshalb er für viele Jahre ins Exil, unter anderem nach Chile und in die Schweiz, musste. Sein Bildungskonzept, das eigenständiges Denken in der breiten Bevölkerung fördern sollte, passte nicht in die Politik der damaligen brasilianischen Regierung. 1980 konnte Freire schließlich wieder nach São Paulo zurückkehren, wo er 17 Jahre später starb.

Ein wichtiger Aspekt  für Freire war, dass er die Lebensrealitäten der Menschen in den Mittelpunkt stellte und schaute, was sie gerade am meisten beschäftigte. Von diesem Ausgangspunkt seiner Schüler*innen setzte er mit seinen Bildungs- und Erziehungsmethoden an; ein Ansatz, mit dem er auch das Globale Lernen mitprägte.

Ein Interview mit Kira Funke:  https://www.waxmann.com/interview_funke/

Funke, Kira: Paulo Freire – Werk, Wirkung und Aktualität. 2010,  Interaktionistischer Konstruktivismus,  Band 9,  1. Auflage, 340  Seiten,  broschiert,  39,90 €,  ISBN 978-3-8309-2355-8 https://www.waxmann.com

JN

Online-Buchvorstellung im Oktober

Am Dienstag, den 12.10. um 19:30 Uhr wurde unsere Reihe der Online-Buchvorstellungen fortgesetzt. Nachdem der Autor Farhad Alsilo schon im September im Globalen Klassenzimmer eine gut besuchte Lesung in Präsenz gemacht hatte, las er dieses Mal online aus seinem Buch „Der Tag, an dem meine Kindheit zu Ende war“. Auch diese digitale Veranstaltung war wieder gut besucht. Der Höhepunkt des Abends war seine Geschichte, die er so bildhaft und eindrücklich vorlas. Farhad Alsilo erzählte von dem Tag, als er und seine Familie zur Flucht vor dem IS aufbrechen mussten, vom schrecklichsten Tag in seinem Leben, von viel Leid und Schmerz und von seiner Ankunft in Deutschland. Alles war neu und erst einmal befremdlich. Doch  trotz all dem Erlebten hat der damals 11-Jährige seinen Lebensmut und Ehrgeiz nicht verloren.

Einleitend zur Lesung grüßte die Bürgermeisterin für Soziales und gesellschaftliche Integration der Stadt Stuttgart, Frau Dr. Alexandra Sußmann. Sie betonte die Bedeutung des Sonderkontingentes des Landes Baden-Württemberg für besonders schutzbedürftige Jesidinnen, von dem anschließend Frau Irene Mundel [Staatsministerium Baden-Württemberg (Projekte Nordirak)] eingehender berichtete.

Das Buch entstand zusammen mit Nora Papajewski und wird Ende November beim Trabanten Verlag in Berlin veröffentlicht und damit für alle erhältlich sein.

JN

Aktionszeitraum September zur Bundestagswahl

Die Trägerinstitutionen unseres Agenda 2030 Bündnisses „mEin Stuttgart-mEine Welt" haben ihre Veranstaltungen vor den Bundestagswahlen (26.09.) in einem gemeinsamen Kalender zusammengefasst. In diesem Aktionszeitraum vom 1. bis 25. September bietet das Bündnis zahlreiche Veranstaltungen zu Themen an, die in der Bundespolitik nicht fehlen dürfen: Klima und Umwelt, Fairer Handel und Nachhaltigkeit, darunter Podiumsdiskussionen und mehrere Aktionen rund um Menschenrechte oder nachhaltige Städte.

Hier zum Flyer: Hier

 

Faires Frühstück mit den Bundestagskandidat*innen

Die 8 Stuttgarter Weltläden und das Welthaus Stuttgart e.V. hatten Politiker*innen am 15.09.2021 eingeladen, im Weltcafe Stuttgart über Fairen Handel und mehr zu diskutieren.

 

Es waren mit dabei:

Judith Skudelny, FDP

Anna Christmann, Grüne

Lucia Schanbacher, SPD

Luigi Pantisano, Linke

sowie Stefan Kaufmann, CDU, der leider nicht teilnehmen konnte.

Die Politiker*innen beantworteten in der Reihenfolge wechselnd vier Fragen und gaben jeweils ihre Statements dazu. Diese wurden danach an eine Pinnwand geheftet, als Grundlage für eine Diskussion in der Runde über die verschiedenen Wege zur Klimawandelbekämpfung, dem Thema Ökologie und Ökonomie sowie besseren Arbeitsbedingungen. Es gab sehr anregende Gespräche und wir möchten uns bei allen Beteiligten sehr herzlich bedanken!

Hier zum Online-Artikel der Stuttgarter Zeitung: https://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.bundestagswahl-in-stuttgart-fairness-und-klimagerechtigkeit-auf-die-agenda.9e217c30-c16f-4e76-beea-f84d4249384f.html

 

Foto: Michael Latz

Buchvorstellung im Globalen Klassenzimmer: „Der Tag, an dem meine Kindheit zu Ende war“

Am 18.09. las Farhad Alsilo aus seinem Buch "Der Tag, an dem meine Kindheit zu Ende war", in dem er von seiner Flucht aus seiner Heimat beschreibt.

Teilgenommen haben auch die Bürgermeisterin Frau Dr. Alexandra Sußmann sowie die Stellvertretende Integrationsbeauftragte der Stadt Stuttgart, Frau Ayse Özbabacan. Beide hatten direkt mit dem Sonderkontingent zu tun, dank dessen 2015 Farhad Alsilo und viele weitere jesidische Menschen, Opfer brutalster Gewalt der Terrormiliz IS, vom Nord-Irak nach Baden-Württemberg gebracht werden konnten.

Zu Gast war zudem Dieter David, der viele Menschen dieser Geflüchtetengruppe therapeutisch begleitete. Eindrücklich schilderte er die schwierige Situation, die sich aus den grauenhaften Erlebnissen ergab.

Das Buchprojekt entstand zusammen mit Nora Papajewski, die Farhad Alsilo sprachlich unterstützte.

Themenabend Klimawandel mit Sven Plöger

Sven Plöger sprach am 23.06.2021 um 19:00 Uhr im Hospitalhof in Stuttgart über den Klimawandel und die UN-Agenda 2030 mit ihren 17 Nachhaltigkeitszielen: "Zieht euch warm an, es wird heiß!"

Das Klima verändert sich, und die Menschheit muss reagieren, wenn sie überleben möchte. Dafür müssen wir uns bilden und wissen, wie Klimaschutz funktioniert.

Sven Plöger Diplom-Meteorologe, macht als Experte den Klimawandel zugänglich: Im Gespräch mit Magdalena Söllner und Sander Frank vom Jugendbeirat der Nachhaltigkeitsstrategie Baden-Württemberg zeigt er, wie unser Klimasystem funktioniert und gibt Antworten auf Fragen zum Klimaschutz. Lesen Sie hier hier den Bericht dazu.

Für seine engagierte Vermittlungsarbeit hat Sven Plöger soeben den NatureLife-Umweltpreis 2020/21 erhalten.

KOOPERATION: AGENDA 2030 BÜNDNIS mEin Stuttgart – mEine Welt + Evang. Bildungszentrum Hospitalhof Stuttgart
Die Veranstaltung wird gefördert von: Landeshauptstadt Stuttgart, Deutsche Gesellschaft für die Vereinten Nationen e.V., Landesverband Baden-Württemberg (DGVN), Concordia Oeco, GLS-Bank.

Das Interview von Sven Plöger mit dem SWR finden sie hier: 

https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/ulm/interview-unwetter-ploeger-100.html

Einen Beitrag von STUGGI.TV gibt es hier:

https://www.stuggi.tv/2021/06/mega-hitze-im-sommer-wetterexperte-sven-ploeger-warnt-vor-folgen-des-klimawandels-in-stuttgart/

Online-Buchvorstellung im Juni: "Die Aktivistin"

Am 10. Juni fand eine weitere Online-Buchvorstellung statt, die ein sehr spannendes, aber auch konfliktgeladenes Thema ansprach: Die kriminellen Machenschaften in Honduras und die damit einhergehende hohe Gefahr, der AktivistInnen bei ihrer, so wichtigen, Arbeit vor Ort ausgesetzt sind. Das Tropenparadies Honduras ist nicht so paradiesisch wie es scheint. Das erfuhren ZuhörerInnen, die am Donnerstagabend gespannt der Lesung von Jutta Blume aus ihrem Krimi „Die Aktivistin“ lauschten. Die Journalistin und Autorin Blume kennt die Situation vor Ort aus eigener Erfahrung und holt die HörerInnen mit ihren Erzählungen, die sie zwischen die gelesenen Abschnitte einschob, auf eine ganz besondere Weise ab.

Der Abend bot Raum für viele Fragen zum Aktivismus und auch zum Leben der Honduraner selbst mit einer Regierung, die zur Not kurzerhand Gesetze erlässt, welche ihre Wiederwahl garantieren, obgleich sie durch das Volk nicht legitimiert ist. Die hohe Kriminalität und die Straflosigkeit in Honduras führen auch zur Flucht vieler Honduraner. Die Regierung in Honduras wird nicht aktiv, um die Menschen zu schützen. Vom Krimi ausgehend, dessen Handlung zwar fiktiv, dennoch vor einem realen politischen Hintergrund spielt, kam das Gespräch schnell auf die aktuelle Situation in Honduras. Die Journalistin und Expertin für soziale Fragen in Zentralamerika, wie sie Ralf Häußler (ZEB) eingangs vorstellte, berichtete vom Verschwinden vier junger Menschen vor einem Jahr in Triunfo de la Cruz in Honduras. Aus den Reihen der TeilnehmerInnen wurde der Wunsch geäußert, einen offiziellen Aufruf zu starten, der auf das allgemeine Stillschweigen und die Untätigkeit der Behörden hinsichtlich des Verschwindens der vier jungen Menschen vor einem Jahr Triunfo de la Cruz aufmerksam macht. Welthaus Stuttgart e.V.

Auf Wunsch der TeilnehmerInnen gab die Autorin weitere Informationsquellen an, um dazu beitragen zu können, das Stillschweigen und die Untätigkeit der Behörden hinsichtlich des Verschwindens der vier jungen Menschen zu brechen. Im Folgenden diese Informationen:

  • Der offene Brief zum Verschwinden der Garífuna wurde auf Deutsch beim FDCL
    veröffentlicht:

https://www.fdcl.org/pressrelease/2021-06-09-mehr-als-200-organisationen-aus -amerika-und-europa-fordern-die-einbindung-von-sunla-in-die-ermittlungen-im-

  • Den Bericht über das Verschwinden der jungen Männer gibt
    es hier:

https://www.amnesty.de/mitmachen/urgent-action/honduras-honduras-angehoerige-fordern-aufklaerung-2021-06-08?dat=KW23-2021&etcc_med=Newsletter&etcc_var=UA-NL

Online-Buchvorstellung im Mai: "Sal de tu tierra"

Am 17. Mai fand eine weitere Online-Buchvorstellung über sprachliche Grenzen hinweg statt, die den Zugang zu einem Thema schaffte, welches vielen Teilnehmenden bislang verborgen blieb: Die Bedeutung der Muttersprachen indigener Kulturen die gezwungen werden, Spanisch zu sprechen und ein neues Bewusstsein über die lebendige, gesprochene Sprache in der Literatur. Patricia Illanes-Wilhelm präsentierte das Buch "Sal de tu tierra". Der aus Bolivien zugeschaltete Autor Manuel Vargas las hieraus Passagen vor, die beschreiben, wie die Protagonistin Melisa ihre Kultur und ihre Sprache wahrnimmt und welche Herausforderungen den Lebensweg des jungen indigen Mädchens bestimmen. Die Übersetzerin Christine Ocampo Alvarez öffnete durch ihre Übersetzung des Buches den deutschsprachigen TeilnehmerInnen das Tor zu Melisas Welt. Der Abend bot Raum für eine angeregte Diskussion zu sprachlichen Herausforderungen sowie für einen angeregten Austausch vielfältiger Erfahrungen. Der Kooperations und Mitgliedsverein Bolivianisches Kinderhilfswerk e.V. setzt hier an und fördert durch interkulturellen Austausch das selbstbestimmte Handeln von Kindern und Jugendlichen in Bolivien. Dieser Austausch wird durch das weltwärts-Programm gefördert, bei dem deutsche Freiwillige nach Bolivien entsendet werden, genauso wie auch bolivianische Freiwillige nach Deutschland kommen.

Mit Ihrer Spende können Sie die Arbeit von Bolivianisches Kinderhilfswerk e.V. unterstützen. Weitere Informationen unter: https://www.bkhw.org/spenden/

Online-Buchvorstellung im April: "(fast) alles in Ordnung / Está (quase) tudo bem"

Berlin und Rio de Janeiro. Deutschland und Brasilien. Als Luciana Rangel die erste Geschichte ihres Buches "(fast) alles in Ordnung / Está (quase) tudo bem" las, sah man interessierte Gesichter auf dem Bildschirm. Diese Online-Buchvorstellung der Buchvorstellungsreihe des Welthauses Stuttgart e.V. war eine besondere: Teilnehmer aus Berlin, Erlangen, Stuttgart bis hin nach Brasilien haben sich zugeschaltet und an der zweisprachigen Veranstaltung teilgenommen. Lucianas tiefgründige, berührende und ehrliche Geschichten führten zu einer spannenden Diskussion über Migration und das Leben in Brasilien - von der Faszination, die vor allem in kultureller Hinsicht von diesem Land ausgeht, bis hin zu den gesellschaftlichen Problemen, die Brasilien hat. Vor allem die aus Deutschland zugeschalteten BrasilianerInnen konnten sich sehr gut mit Lucianas Geschichten identifizieren und so eröffnet Sie in Ihrem Buch LeserInnen nicht nur neue und unbekannte Welten und Gefühle, sondern gibt auch den deutsch-brasilianischen MigrantInnen eine Stimme.

"(fast) alles in Ordnung / Está (quase) tudo bem" erscheint am 15.05.21 im Hagebutte-Verlag.

ISBN: 978-3-96252-012-0

In Kooperation mit EPiZ und dem Verein zur Förderung brasilianischer Straßenkinder e.V.

Online-Buchvorstellungsreihe im März: "Räume für Empowerment. Urbane und solidarische Landwirtschaft in Bogotá"

Bogotá- eine Millionenstadt in Südamerika - und grüne Gärten. Was auf den ersten Blick gegensätzlich wirkt, hängt auf den zweiten Blick doch miteinander zusammen. Dr. Birgit Hoinle hat am 24. März 2021, im Rahmen der Buchvorstellungsreihe des Welthauses Stuttgart e.V., ihr Buch "Räume für Empowerment. Urbane und solidarische Landwirtschaft in Bogotá" vorgestellt. In ihrem Vortrag erfuhren die zahlreichen TeilnehmerInnen, dass das Gärtnern für die Frauen in Bogotá viel mehr ist als nur das Anbauen von Gemüse und Kräutern in einer städtischen Umgebung. Urban Gardening eröffnet den Frauen viele Möglichkeiten: durch den Verkauf der Ernte kann Geld verdient werden, Gartenarbeit ist gut mit der Kinderbetreuung vereinbar, schafft Erfolgserlebnisse und vieles mehr. Auch die Netzwerke, die zwischen den Gärtnerinnen entstehen und von zahlreichen Institutionen unterstützt und vorangetrieben werden, bieten zahlreiche Möglichkeiten zum Wissensaustausch und zur gegenseitigen Unterstützung. Wie sehr die urbanen Gärten zum Empowerment der Frauen beitragen, wurde auch in dem gezeigten Video deutlich, dass aus Aufnahmen der Forschungsarbeit von Dr. Birgit Hoinle in Bogotá in Zusammenarbeit mit dem EPiZ Reutlingen und Welthaus Stuttgart e.V., entstand. Um einen Eindruck über dieses interessante Thema zu erlangen, ist das Video hier verlinkt.

In Kooperation mit EPiZ.

Online-Buchvorstellungsreihe im Februar: "Barefoot in Germany" von Tete Loeper

Am Donnerstag, 25. Februar 2021 um 19 Uhr hat das Welthaus Stuttgart die Autorin Tete Loeper begrüßen dürfen. In einer digitalen Konferenz hat sie ihren Roman „Barefoot in Germany“ vorgestellt. Dieser schildert mit welchen Schwierigkeiten Mutoni, eine junge Frau aus Ruanda, in Deutschland angesichts ihrer Einwanderung konfrontiert wird.
Die Veranstaltung war mit über 50 Teilnehmer*innen nicht nur überaus gut besucht, sondern auch ein internationaler Vernetzungserfolg: Menschen aus Deutschland, aus Ruanda wie auch aus den USA waren anwesend.
Nach einer lebendigen Lesung spannender Textstellen gab es ausreichend Raum für Diskussion und Rückmeldungen. Einig war man sich darüber, dass auch der Alltag von Rassismen geprägt ist, die man nur durch weitere Sensibilisierung aus dem Weg räumen kann. Sicherlich kann dieses Buch zu dieser Sensibilisierung beitragen, zumal es in Kürze in deutscher Sprache erscheinen wird.

In Kooperation mit EPiZ.

Online-Buchvorstellungsreihe im Dezember: "Goldabbau in Peru"

Der Abend war viel mehr als eine Lesung. Die Praktikantin des Welthauses Felicitas Eggers hielt einen kurzen Impulsvortrag über die Konsequenzen des legalen und illegalen Goldabbaus. Peru zählt zu den größten Goldexporteuren weltweit. Besonders die illegale Goldschürfung stellt das Land vor erhebliche Probleme und erfährt während der Corona-Pandemie neue Brisanz.

Zu den Konsequenzen gehören die massive Regenwaldabholzung, zerstörte Ökosysteme und eine starke Schadstoffbelastung, die einen negativen Einfluss auf die Gesundheit der Bevölkerung hat. Anschließend begann Winfried Maier-Revoredo mit seiner Lesung; er wusste mit seiner spannenden Vortragsweise das Publikum zu fesseln. Sein  Roman „Das Erbe jenseits des Ozeans“ handelt  von den moralischen Konflikten eines jungen Mannes, der ein Grundstück in Peru erbte, dieses teuer an eine Bergwerkgesellschaft verkaufen könnte, dafür aber den Goldabbau den Weg ebnen würde. Dabei ist sein Roman weit mehr als nur eine packende Geschichte: Viele Probleme im Zusammenhang mit dem Goldabbau, wie verschmutztes Wasser sind für einige Menschen in Peru Alltag. Das wurde auch in der anschließenden Fragerunde sichtbar, in der Maier-Revoredo mit seinem Wissen über das Land und den Goldabbau beeindruckte.

"Segelschokolade"-Kleinbauern und die Auswirkungen von Klimawandel und Corona

Am Dienstag den 22.09.2020 fand im Hospitalhof Stuttgart die Veranstaltung „Segelschokolade“ mit Frank Herrmann statt, in der die Auswirkungen vom Klimawandel und der Corona-Pandemie auf den Fairen Handel beleuchtet wurden. Lesen Sie hier den Bericht dazu.

Klimawandel: Gute Aussichten für morgen!?

Besonders war diese Veranstaltung des Agenda 2030 Bündnisses "mEin Stuttgart - mEine Welt" am 30. Juni schon deswegen, weil sie für alle Beteiligten die erste Präsenzveranstaltung seit den "Corona"-Maßnahmen war. Eröffnet wurde der Abend in der Volkshochschule Stuttgart durch deren Direktorin Dagmar Mikasch-Köthner und Dr. Hans-Wolf Zirkwitz, Leiter des Amts für Umweltschutz der Landeshauptstadt Stuttgart.

Im Anschluss folgte der Hauptredner Diplom-Meteorologe Sven Plöger. Dieser schaffte es auf eine lockere und unterhaltsame Weise die Dringlichkeit und die Konsequenzen des Klimawandels auf unsere Gesellschaft zu verdeutlichen. Sein Tipp für das eigene Leben: Nicht resignieren und aufgeben, sondern einfach anfangen. Wie sich das Ringen um Lösungen auf globaler Ebene abspielt, berichteten die beiden UN-Jugenddelegierten für nachhaltige Entwicklung, Sophia Bachmann und Felix Kaminski.

Die anregende Diskussion mit dem Publikum hat die Veranstaltung abgerundet.

 

Hier weiterlesen.

 

Fotos: JIN / Wh

Verpackung adé?

Am Donnerstag, den 05. März 2020 fand in der Volkshochschule (vhs) Stuttgart die Veranstaltung „Verpackung adé?“ zu Kreislaufwirtschaft und ressourcenschonendem Umgang in der Verpackungsindustrie statt. Die Veranstaltung wurde vom Agenda-2030-Bündnis „mEin Stuttgart - mEine Welt“ organisiert und bildete den Auftakt einer ganzen Veranstaltungsreihe zu den 17 globalen Zielen wirtschaftlicher, ökologischer und sozialer Nachhaltigkeit der Agenda 2030 der Vereinten Nationen.
An der aufschlussreichen Expertendiskussion waren Prof. Dr. Michael Braungart, Christian Hössle und Harald Notter beteiligt.

Lesen Sie hier weiter.

Upcycling Workshopsreihe

Unsere heutige Gesellschaft konsumiert sehr schnelllebig. Wir haben verlernt Kaputtes zu reparieren und Altem neues Leben einzuhauchen. Dabei sind beim "Upcycling" der Kreativität keine Grenzen gesetzt. Upcycling bedeutet, dass aus scheinbar nutzlosen Rohstoffen bzw. teilweise Abfällen neue Produkte entstehen.

Unsere Referentin Irene Abiti zeigte an drei Terminen, drei verschiedene Ideen, wie aus alten Textilien und Materialien Neues entsteht. Gleichzeitig sprach sie dabei an den drei Terminen über die Konsequenzen der Ressourcenverschwendung, den Textilhandel und über Plastikmüll.

Die interessierten Teilnehmer*innen erhielten einen Einblick in die Ressourcenverschwendung unserer heutigen Gesellschaft. Gemeinsam haben sie gelernt wie aus Kronkorken und alten Stoffresten bunte Topfuntersetzer entstehen. Die individuell gestalteten Untersetzer sind ein echter Hingucker.Irene Abiti berichtete auch über den Textilhandel. Aus alten Jeans entstehen kultige Taschen. Wer eigene Stoffreste hatte und verarbeiten wollte, durfte diese mitbringen! Die Teilnehmer*innen beschäftigten sich mit dem Thema Plastikmüll. Frau Abiti zeigte, wie Handy-/Laptophüllen aus Plastikverpackungen und Stoffresten entstehen.

Veranstalter: Welthaus Stuttgart e.V. in Kooperation mit dem EPiZ Reutlingen

Arbeitsgemeinschaft Menschenrechte

Die AG Menschenrechte war eine der Arbeitsgemeinschaften des Welthaus Stuttgart e.V. Sie beschäftigte sich zum einen mit Verletzungen der wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Rechte der Menschen weltweit. Zum anderen baute die Arbeit der AG auf Lösungsansätzen wie institutionelle Reformen, Beachtung internationaler UN-Verträge zur Förderung der Gerechtigkeit und Grundfreiheiten auf.

Aktivitäten der AG Menschenrechte: 

Im Dezember 2015 hat die AG Menschenrechte die Gestaltung der zweitägigen öffentlichen Veranstaltung „Menschenrechtsverletzungen im 21. Jahrhundert“ zusammen mit Migrantinnen-Mitgliedern des Welthauses durchgeführt.

Im Jahr 2016 fanden mehrere Veranstaltungen anlässlich der UN-Aktionen wie z.B. die dreitägige „Aktion gegen Rassismus“, sowie eine Podiumsdiskussion zum Thema „Globale Gerechtigkeit“ statt. Darüber hinaus hat die AG Menschenrechte 2016 die erste „Menschenrechtswoche“ im Globalen Klassenzimmer von 09.12. bis 15.12. durchgeführt.

Im Laufe des Jahres 2017 fanden mehrere Veranstaltungen im Rahmen der SDG-Kampagne und der UN-Aktionen statt. So beispielsweise „Frieden, Gerechtigkeit und Solidarität in der Agenda 2030“, „Bevölkerungswachstum und Ernährungssicherheit in einer globalisierten Welt“, „Diskriminierung im Alltag", „Armut und Reichtum“, "Minderheitenrechte in der Demokratie“ und „Migration“.  

In Kooperation mit dem Forum der Kulturen und dem Büro für Antidiskriminierungsarbeit Stuttgart fand vom 08.12. bis 13.12.2017  die „Menschenrechtswoche“ zum Thema „UnGerechtichkeit Sichtbar machen“ statt.

 
 
Mitwirkende Vereine:
 
Afrika Workshop e.V
Areito e.V.
ASAP Deutschland e.V.
Asien Haus Baden Württemberg e.V.
EU Reflekt e.V.
Gesellschaft Kultur des Friedens e.V.
La Diversidad e.V.
Ndwenga e.V.
IGF Stuttgart e.V.

Tag der offenen Tür

Anlässlich der fünfjährigen Präsenz am Charlottenplatz 17 luden Welthaus Stuttgart e.V., Weltladen an der Planie, Weltcafé, Engagement Global und Welcome Center Stuttgart am 9. Oktober 2019 zu einem Tag der offenen Tür ein. Der Tag war geprägt durch ein Kommen, Gehen und Bleiben – genau wie es bei einem Tag der offenen Tür sein soll!

Es war viel geboten: Einige Mitgliedsvereine des Welthaus Stuttgart e.V. präsentierten sich im Weltcafé, eine Gruppe Interessierter machte sich auf den Weg die Stadtrallye „FAIRlaufen auszuprobieren, das Welcome Center Stuttgart lud zu Führungen durch ihre Räumlichkeiten ein, der Weltladen an der Planie machte seinen Kunden eine Freude mit einer Rabattaktion, im Globalen Klassenzimmer wurden Bildungsangebote durch Referent*innen vorgestellt und von Groß und Klein ausprobiert, und das Weltcafé stattete uns bei all diesen Aktivitäten mit leckerem Essen aus.

Besonders schön waren die vielen Gespräche, die geführt worden sind: Mitarbeiter*innen der Institutionen, Mitglieder der Vereine und Gäste tauschten sich untereinander über die vielfältigen Angebote und die Arbeit der Jubilare aus.
Es freut uns, dass so viele Leute an der Arbeit unserer Institutionen interessiert sind. Auch bekannte Gesichter schauten an unserem Tag der offenen Tür vorbei. So sprach Herr Werner Wölfle einige Worte, der als ehemaliger Bürgermeister für Soziales und gesellschaftliche Integration maßgeblich an dem Aufbau des Welthauses beteiligt war, und die derzeitige Landtagspräsidentin Frau Muhterem Aras tauschte sich mit den Mitgliedsvereinen des Welthaus Stuttgart e.V. aus.

Wir bedanken uns bei den Beteiligten für die tolle Zusammenarbeit und Vorbereitung des besonderen Tages und freuen uns auf die kommenden Jahre!

(CR)

Vortragsveranstaltung: Wege aus der Klimakrise

Trotz kurzfristiger Änderungen war die Vortragsveranstaltung „Wege aus der Klimakrise“ am
9. Oktober 2019 ein voller Erfolg. Zu dem Abend lud das Bündnis „mEin Stuttgart – mEine Welt, welches sich für die für die lokale Umsetzung der in der Agenda 2030 der Vereinten Nationen festgeschriebenen Ziele nachhaltiger Entwicklung einsetzt und bei welchem das Welthaus federführend ist. Frau Dr. Martina Merklinger, die Geschäftsführerin des Welthaus Stuttgart e.V., sprach einige einführende Worte, um dann das Wort an die Bürgermeisterin für Soziales und gesellschaftliche Integration Frau Dr. Alexandra Sußmann zu übergeben, die in ihrem Grußwort die zentrale Verbindung von sozialen Fragen und Klimafragen deutlich machte.

Die Referentin Frau Dr. Brigitte Dahlbender, Landesvorsitzende des Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) in Baden-Württemberg, musste leider am Veranstaltungstag absagen. Doch der BUND hat für einen guten Ersatz gesorgt: Fritz Mielert, Referent des BUND Landesverband Baden-Württemberg, hielt einen beeindruckenden Vortrag über die Frage, wie Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft, aber auch jede/r Einzelne der Verantwortung gerecht werden kann, die weltweiten Klimaziele zu erreichen und die Folgen des Klimawandels zu mindern. Nach dem Vortrag wurden einige Fragen aus dem Publikum an Herrn Mielert gerichtet, die er ausführlich beantwortet und mit seinen Worten sicherlich bei vielen eine Reflexion des eigenen Handelns angeregt hat.

Ausgestattet mit Getränken und Leckereien vom Weltcafé konnte man im Foyer des Weltraums miteinander und mit Vertreter*innen der Bündnisorganisationen ins Gespräch kommen. Die Träger des Bündnisses präsentierten an Informationstischen konkrete Beispiele des lokalen Handelns zur Umsetzung der nachhaltigen Entwicklungsziele in Stuttgart. Neben dem Welthaus, das das Projekt „FAIRlaufen“ vorstellte, waren auch das Klima- Umweltbündnis Stuttgart (KUS), die vhs-Ökostation, das Forum der Kulturen und die Landeshauptstadt Stuttgart vertreten.

(CR)

Stutt:Ard Festival 2019

Im Juni fand das erste Mal Stutt:Ard statt, ein Festival alternativer arabischer Musik. Wir blicken gerne auf die Zeit zurück.

Hier finden Sie einen Rückblick zu dem Festival.

"Europa muss globaler werden"

Anlässlich der Europawahl veranstalteten wir am 10. Mai eine Podiumsdiskussion im Haus der Katholischen Kirche Stuttgart. Auf dem Podium saßen der Experte für Entwicklungspolitik im Südlichen Afrika, Boniface Mabanza (www.kasa.de) und drei Politiker*innen: Michael Bloss (Die Grünen), Stefan Kaufmann (CDU) und Ute Vogt (SPD). Es moderierte Ralph Griese (finep).

Den Einstieg gab Boniface Mabanza mit seiner key note speech, in der er die Frage nach einem global gerechten Europa eindeutig verneinte und es als „alles andere als weltoffen“ benannte. Die EU handle selbstbezogen in ihrer Migrations- und Handelspolitik und stelle ihre eigenen Interessen voran. Die Interessen der afrikanischen Partner blieben dabei fast unberücksichtigt.

Es folgte eine kontroverse Diskussion auf dem Podium, bei der Stefan Kaufmann dafür plädierte, mehr in die Bildung und Forschung Afrikas zu investieren, um dem Kontinent die Möglichkeit zu bieten, sich selbst aufzubauen. Während dies nicht weiter vertieft wurde, sprach Ute Vogt darüber, dass die Herausforderungen erst einmal darin bestehen, innerkontinentale Konflikte in Europa und in Afrika zu lösen. Es wurde mehrfach deutlich, dass Chinas wachsendes Interesse an Afrikas Markt und Ressourcen Einfluss auf die Politik der EU hat.

Ein wichtiger neuer Aspekt kam mit dem Beginn der Publikumsdiskussion in die Debatte. Nelson Leichsnering von Fridays for Future brachte das Thema Klimaschutz ein, das bis zu diesem Zeitpunkt noch Nebensache gewesen ist. Michael Bloss bestätigte ihm: Klimapolitik ist Entwicklungspolitik und gehört zusammen. Es kamen weitere Gäste aus dem Publikum zu Wort, die Themen wie das Familienwahlrecht, Rüstungspolitik, Enteignung und Fairer Handel anschnitten. Auf die Fragen und Kommentare aus dem Publikum ging das Podium umfassend ein, und es wurde bei aller berechtigten Kritik an der Europäischen Union an deren Anfänge erinnert; denn hätte man nicht an Frieden geglaubt, wäre das Projekt Europa nicht entstanden.

Europa muss eine entwicklungspolitische Vorreiterrolle einnehmen und den Handelspartnern im globalen Süden auf Augenhöhe begegnen.

Geben wir einem global gerechten Europa die Chance: bei der EU-Wahl am 26. Mai!

(JH)