Aktuelles

World Overshoot Day 2022

Der heutige Tag (28.07.2022) ist ein ganz besonderer! Aber leider nicht im positiven Sinn. Heute ist nämlich der "Earth Overshoot Day", und das bedeutet so viel wie:
Die Menschheit hat von Anfang des Jahres bis heute alle Ressourcen aufgebraucht, die die Natur von alleine innerhalb eines Jahres regenerieren kann. Der diesjährige Erdüberlastungstag war noch nie so früh im Jahr, und wenn wir Menschen nichts ändern, wird dieser Trend so weitergehen.
Nur das Coronajahr 2020 war eine Ausnahme! Da hatte sich das Datum des Welterschöpfungstag das erste Mal seit vielen Jahren nach hinten verschoben: auf den 22. August. Hier wird der direkte Zusammenhang zwischen unserem Konsumverhalten und Lebensstil und der Ausbeutung der Erde deutlich! Es führt kein Weg daran vorbei: wir müssen schnell handeln, wenn wir der Menschheit auf der Erde eine Zukunft geben möchten!
 
Ein Lichtblick in diesem Zusammenhang:
Die Stadt Stuttgart hat gestern verbindlich sich dazu entschlossen bis 2035 klimaneutral zu werden.
 

Der Sommer Newsletter ist da!

Seit Freitag dem 15.07.2022 gibt es den neuen Sommer Newsletter, der die Aktionen seit dem letzten Newsletter zusammenfässt, die anstehenden Aktionen ankündigt und über andere Themen des Welthauses berichtet. Wir wünschen viel Spaß mit der Lektüre!

Link zur Webversion

Unterricht im Globalen Klassenzimmer

Interaktiver Unterricht im Globalen Klassenzimmer! Noch freie Termine bis zum Schuljahresende.

Nutzen Sie mit Ihrer Schulklasse die Angebote in unserem Globalen Klassenzimmer: Globales Lernen mitten in Stuttgart.

Unsere Angebote im Überblick:

Angebote in Kooperation mit Epiz

Angebote in Kooperation mit dem Weltladen an der Planie

Für Detailinformationen und nähere Informationen kontaktieren Sie uns bitte: koordination@welthaus-stuttgart.de

Trauer um den Friedensaktivist Henning Zierock

Am 11. Mai 2022 verstarb Henning Zierock unerwartet nach einer schwierigen Herzoperation.

Er gründete 1988 zusammen mit Persönlichkeiten wie Mikis Theodorakis und Christa Wolf die Gesellschaft Kultur des Friedens (GKF), die 2014 Welthaus-Mitglied wurde. Er blieb bis zu seinem Tode ihr Vorsitzender. Henning Zierock war überregional bekannt für seinen Einsatz für den Frieden - zuletzt auch für seine Kundgebungen gegen den Krieg in der Ukraine.

Seine Stimme fehlt nun.

 

Traueranzeige der Stuttgarter Zeitung

SPENDENAUFRUF

 

SPENDE für die Menschen in der Ukraine

 

Welthaus-Mitgliedsverein terre des hommes unterstützt Geflüchtete aus der Ukraine in Polen, Ungarn und Deutschland. Helfen Sie mit Ihrer Spende!

Auf der Startseite der terre des hommes Webseite finden Sie weitere Informationen.

 

just human, ebenfalls ein Welthaus-Mitgliedsverein, hat ebenfalls einen Ukraine Hilfsfonds. Weitere Infos finden Sie auf der Startseite von just human.

 

Außerdem sammelt in Stuttgart STELP (STuttgart+hELPs). Lastwagen mit Hilfsgütern sind unterwegs, jetzt sind Geldspenden nötig!

 

Infos für Stuttgarter:

Das Netzwerk „ukraine engagiert“ unterstützt die Hilfe von Geflüchteten in Stuttgart. Nähere Informationen für Geflüchtete und wie sich als Bürger*in engagieren können, finden sie hier.

 

Danke!

Globales Lernen

Globales Lernen bedeutet für uns, mit Ihnen in Zeiten der Globalisierung zu lernen. Wir nehmen globale Zusammenhänge unter die Lupe und überlegen uns gemeinsam mit den Lernenden, welche Rolle und Verantwortung wir in dieser Weltgesellschaft haben.

Veranstalt­ungen

Sonntag, 02.10.2022

POEMA e.V. Stuttgart - Armut und Umwelt in Amazonien

Vorankündigung

Am Tag des ersten Wahlgangs der Präsidentschaftswahl in Brasilien am Sonntag, 2. Oktober 2022, wird um 11 Uhr im Kino "Atelier am Bollwerk" in der Hohe Str. 26 in Stuttgart, der neue Film von Marco Keller: Rhythm & Resistance gezeigt.

Ein Dokumentarfilm für die Kulturvielfalt und über den Kampf für Menschenrechte.

Ein Porträt über den Widerstand aus der brasilianischen Afro-Bewegung, der Bewegung von mutigen Frauen, Indigenen und LGBTs.

Im Anschluss stellt sich der Filmemacher Marco Keller den Fragen der Besucher. Eintritt 8€ - Näheres unter:

https://www.coreoperation.de/rhythm-and-resistance

 

Zudem wird Journalist und Brasilienkenner Andreas Nöthen, Autor von Werken wie "Bulldozer Bolsonaro - Wie ein Populist Brasilien ruiniert" und "Lula: Eine Biographie" für einen Vortrag am 21 Oktober nach Stuttgart kommen. Er wird über seine aktuelle Einschätzung der Lage und die Perspektiven Brasiliens reden.

Genaueres dazu bald - haltet euch bereit!

Freitag, 21.10.2022

POEMA e.V. Stuttgart läd ein: Gibt es Hoffnung für Amazonien, die Wälder und die Indigenen?

Der Journalist und Brasilienkenner
Andreas Nöthen
spricht über die aktuelle Lage in Brasilien/Amazonien. Er lebte einige Jahre in Rio de Janeiro und hat vor zwei Jahren das Buch „Bulldozer Bolsonaro – Wie ein Populist Brasilien ruiniert“ geschrieben und ganz aktuell eine politische Biografie über Lula da Silva.


Freitag, 21. Oktober 2022, 19 Uhr,

im Hospitalhof in

Stuttgart, Büchsenstraße 33


Bei den Präsidentschaftswahlen am 2. Oktober 2022 in Brasilien geht es um nichts weniger als um die Erhaltung der Demokratie, der global wichtigen Wälder in Amazonien sowie den Menschenrechten. Es sind vor allem die Armen, die Schwarzen und die Indigenen, die unter der Politik des rechtsradikalen Präsidenten Bolsonaro zunehmend unter die Räder kommen.

Im Vortrag von A. Nöthen wird es um die Frage gehen, ob der mögliche neue Präsident  Lula da Silva in der Lage ist, das Ruder herumzureißen und die riesigen sozialen und ökologischen Probleme des Landes anzugehen – oder ob ein wiedergewählter Präsident Bolsonaro sein Werk weiterführen kann – mit unübersehbaren Folgen für die Natur und die unteren Schichten des Volkes.


Mit Musik der brasilianischen Gruppe „Roda Menina“

Wie aus Aswin und Pradeep Migranten wurden: Der Export nepalesischer Arbeitskraft zwischen Selbstführung und Vermarktung

von Dr. Hannah Uprety

Dr. Hannah Uprety hielt am 21. Juli 2022 im Rahmen der Buchpräsentationsreihe im Welthaus einen Vortrag zum Thema „Wie aus Aswin und Pradeep Migranten wurden: Der Export nepalesischer Arbeitskraft zwischen Selbstführung und Vermarktung“*, in dem sie die Situation der Arbeitsmigranten aus Nepal beleuchtete. Da thematisch passend, wurde der Welthaus-Mitgliedsverein „Verein zur Förderung brasilianischer Straßenkinder e.V.“ dazu eingeladen, um über seine Schulprojekte in Nepal zu berichten. Dies erfolgte nach der Begrüßung durch Paulina Hertzsch von Welthaus Stuttgart e.V.

Heike Werner vom genannten Mitgliedsverein beschrieb das Sozialprojekt, das für den „Verein zur Förderung brasilianischer Straßenkinder e.V.“ nach dem verheerenden Erdbeben im Jahre 2015 begann: Damals startete der „Verein zur Förderung brasilianischer Straßenkinder e.V.“ eine großangelegte Hilfsaktion, um eine der von der Katastrophe zerstörten Schulen in einer Bergregion im nepalesischen Bezirk Nuwakot wiederaufzubauen. Daraus entwickelte sich eine dauerhafte Förderung, die den bedürftigen Kindern den Unterricht, aber auch Schulessen und Kleidung sichert. Frau Werner merkte an, dass noch einiges zu tun sei, aber dass sich alles in die richtige Richtung bewege.

Im Anschluss zeigte Dr. Hannah Uprety Bilder und Eindrücke aus ihrer Forschung, die sie von 2015 bis 2019 durchgeführt hatte. In ihrer Präsentation fokussierte sich Frau Uprety ausschließlich auf männliche Migranten, die einen Großteil der nepalesischen Auslandsarbeiter*innen ausmachen. In ihrem Buch „Becoming a Migrant Worker in Nepal. The Governmentality and Marketization of Transnational Labor“ wird jedoch auch die Rolle weiblicher Migrantinnen beleuchtet.

Im Kern des Buchs geht es darum, welche Mechanismen und Infrastrukturen nötig sind, damit die organisierte Migration nepalesischer Arbeiter*innen überhaupt möglich ist, und wie sich diese auf die Identitäten und das Verhalten der Migrant*innen auswirken. Um jene Hintergründe besser nachvollziehen zu können, muss man wissen, dass Nepal ein Migrationsstaat ist. Dies bedeutet, dass in Nepal im Vergleich zu anderen Staaten deutlich mehr Menschen leben, die für die Arbeit ins Ausland gehen. In ihrem Vortrag zeichnete Frau Uprety beispielhaft nach, wie „ganz normale“ nepalesische Männer Stück für Stück zu internationalen Arbeitsmigranten werden. Dafür beleuchtete sie drei Komponenten des nepalesischen Migrationsregimes – erstens Rekrutierung, zweitens die Schaffung eines Marktplatzes und drittens die Anleitung und Ausbildung der Migrationsanwärter.

Um sichtbar zu machen, was sich hinter jeder dieser Komponenten versteckt, las Frau Uprety zum Beispiel kurze Momentaufnahmen vor, die das Publikum in die Lebensrealität und Erlebnisse der Migrationsanwärter eintauchen ließen. Darüber hinaus zeigte sie mit Fotos, Interviewzitaten und Videoausschnitten, wie nepalesische Männer zum Beispiel über TV-Werbung rekrutiert werden und welche Mechanismen die migrantischen Arbeiter letztlich zu einer international vermarkteten „Ware“ werden lassen.

Dabei erklärte Frau Uprety, dass es in Nepal durchaus Tradition sei, Arbeit im Ausland zu suchen. Gleichzeitig wies sie auch auf die problematischen Aspekten der heutigen Form der Migration hin: Neben der Gefahren für Leib und Leben und der jahrelangen Trennung von ihren Familien erleben die Migranten bereits während ihrer Rekrutierung viel Rassismus, um nur einige Beispiele zu nennen.

Im Anschluss gab es Umtrunk und einige angeregte Diskussionen.

*Originaltitel: Becoming a Migrant Worker in Nepal. The Governmentality and Marketization of Transnational Labor

 

VG